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Das Dach

Das Dach: Dachformen werden oft per Bebauungsplan vorgeschrieben, daher ist die Auswahl nicht immer leicht. Bereits beim Vorentwurf wird die Dachform grob festgelegt; ein Hausdach gehört also mit zum ersten Pinselstrich eines Architekten. Oft ist das Dach sogar Thema im Hausdesign.

Moderne vs. Geschichte: "Dach-Ansichten" in Ulm

Dach

Das Hausdach: Verschiedene Dachformen

Wir unterscheiden beim Hausdach zwischen Flachdach, flach geneigtes Dach und Steildach. Ab etwa 10° Neigungswinkel definieren wir Dächer als Steildach.
Rhombendächer oder Schmetterlingsdächer sind Dacharten, die wir seltener in unseren Städten sehen. Die üblichste Dachformen hier sind Satteldächer (zwei Dachschrägen), oder Walmdächer (4 Dachschrägen). Das Mansarddach ist etwas aus der Mode gekommen, ist aber von der Nutzung her ein sinnvolles Detail, denn ein Mansardendach besteht pro Schräge aus verschiedenen Neigungen, was eine gute Wohnnutzung des Dachbereiches erlaubt. Mansarddächer waren in den 50er Jahren sehr beliebt, man konnte so aus dem eigentlichen Dachgeschoss ohne Probleme noch ein Wohngeschoss herzaubern (die "Dachmansarde").
Beim Einfamilienhaus werden heute die meisten Dächer als Schrägdach ausgeführt, mit Neigungswinkel von ca 30°, je nach Zone. Auf die fertigen Aussenwände und einem Ringanker aus Beton werden Holzbalken aufgebracht, auf die sich die Pfetten oder Sparren auflegen. Der Dachstuhl wird in Deutschland meist aus Holz ausgeführt, diese Arbeiten übernehmen die Zimmerleute. Bei modernen Häusern werden oft Flachdächer vorgesehen, als Kalt- oder Warmdach.
Je nach Ausführung und Region muss ihr Statiker verschiedene Dachlasten berechnen. Dazu gehören beim Schrägdach vor allem die Schneelast und Windlast (man denke da an Häuser auf Hochlagen in den Alpen). Bei Flachdächern muss zusätzlich auch die eventuelle Nutzung berechnet werden (z.B. Dachgarten, oder ein Swimming Pool auf dem Flachdach).

Satteldach

Man sollte bei der Dachgestaltung immer daran denken, dass alle Winkel und Einschnitte in der Dachform Mehrarbeit für Zimmermann und Dachdecker bedeuten, was sich bei den Baukosten bemerkbar macht. Daher sind die meisten Einfamilienhäuser mit Satteldach (2 Schrägen) ausgeführt, ohne Gaupen, ohne Winkel, und ohne Richtungsänderung. Wenn Sie also vorhaben, Dachgaupen einzuschneiden, dann ist dies wohl ein schönes Detail, jedoch mit erheblichen Mehraufwand verbunden, denn der Zimmermann muss dafür die Pfetten einschneiden und die entsprechende Lasten richtig verteilen. Richtungswechsel in Schrägdächer (wenn Ihr Grundriss etwa L-förmig ausgeführt) erhöht den Aufwand.


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Pfettendach und Sparrendach

Man unterscheidet zwischen Pfettendach und Sparrendach. Beim Pfettendach wird die Last von den Pfetten auf den Ringanker übertragen, beim Sparrendach bilden die Dachbalken im Schnitt ein Dreieckskonstrukt, was sich ideal zum Lastabtrag eignet. Bei Pfettendächer sind die Balken daher von grösserer Dimension. Der Dachfirst hat eine eher untergeordnete Funktion, denn die Dachbalken sind durch die Ausführung als Dreieck in sich gebunden. Der First hat also mehr die Funktion der Aussteifung, d.h. damit das Dachgebälk nicht in Torsionsbewegungen kommen kann. Ausser dem Dachfirst soll dem Dach aber auch diagonal auf jeder Seite entsprechende Aussteifungen gegeben werden, in Form von schrägliegendenen Balken oder Zugseilen.

Dachaufbau Schrägdach

Einmal der Dachstuhl aufgestellt und die Aussteifungen angebracht, kommen raumseitig in die Gefache der Balken (Zwischenräume) die Wärmedämmplatten (üblich sind etwa 20 cm). Auf die Wärmedämmung wird eine Dampfbremse angebracht (PVC Folie), die verhindern soll, dass Feuchtigkeit im Raum in Wärmedämmung oder Holz eindringen kann. Nach aussen hin wird eine Dachpappe (Unterspannbahn) aufgebracht, sie ist eine weitere Nässe-Isolierung. Darauf wird die Dachlattung aufgebracht. In die Dachlattung werden dann die Dachziegel eingehängt.

Dachziegel und Dachpfannen

Dachpfannen und Dachziegel gibt es in verschiedenen Versionen: als Frankfurter Dachpfanne, Biberschwanz Ziegel oder die Mönch und Nonne Ziegel. Die Arbeiten in schwindelnder Höhe übernimmt der Dachdecker.


Dach & Klima: Dachhaut, Kaltdach, Warmdach

Als Dachhaut bezeichnen wir den Abschluss eines Daches. Sie muss Zugerscheinungen verhindern, Wärmeströme ausgleichen und gegen Eindringen von Wasser helfen. Bei Schrägdächern also die Dachziegel; bei Flachdächern die Kiesschüttung. Zwischen dieser Dachhaut und der eigentlichen Wärmedämung hat man lange Zeit eine belüftete Zone vorgesehen, in Form von Dachböden (Schrägdach), oder als Hinterlüftung (Flachdach). Das erlaubte dann einfache Reparaturarbeiten auszuführen, ohne die innere Haut des Hauses beschädigen zu müssen, also etwa Dachziegel auszutauschen. Während dieser Reparaturarbeiten konnte der Wohnraum darunter genutzt werden, denn die Wärmedämmung (der "Dachboden") war ja noch vorhanden.
Ein Kaltdach nennt man die Dächer, die diese Lüftung zwischen Dachhaut und Wärmedämmung haben. Bei Flachdächern wird diese so ausgeführt, indem man eine etwa 5cm dicke Luftschicht zwischen der Kiesschicht und der Wärmedämmung zirkulieren lässt.
Beim Warmdach ist die Dachhaut mit der Wärmedämmung verbunden, es wird also nicht mehr hinterlüftet. Das spart enorm an Platz, denn die Dachböden unter dem Spitz werden plötzlich nutzbar. Ein Warmdach macht aber eine Dampfbremse erforderlich, da sonst die warme Luft (kann viel Feuchtigkeit aufnehmen) abkondensiert, was mit der Zeit zu beträchtlichen Bauschäden führen kann.
Ein übliches Schrägdach hat keinen Klimaspeicher wie eine Ziegelwand, Temperaturschwankungen spürt man unter dem Dach also wesentlich intensiver, als anderswo im Haus. Auch übertriebene Wärmedämmungen schützen nicht, denn der tägliche Wechsel Nacht und Tag (Kalt und Warm) kann gerade im Sommer mit Ziegelwänden gut überwunden werden, denn Ziegelwände halten die Temperatur. Bevor die Ziegel richtig warm (im Winter kalt) werden, ist es bereits wieder Abend (im Winter Tag). Im Gegenzug werden Sie beim Ausbau des Daches mit sehr gemütlichem Ambiente belohnt, da nimmt man die grösseren Klimaschwankungen auch mal in Kauf.

Blitzableiter?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitz ihr Haus trifft, ist in etwa so wie ein Lottogwinn. Lange Zeit war es Mode, auf den Dächern Blitzableiter anzubringen, die sollten dann davor schützen. Irgendwann einmal hat man auch festgestellt, das Blitzableiter wohl vor Blitzen schützen (können), aber Blitze auch anziehen. Blitzableiter sind Kupferdrähte, die vom Dach in die Erde geleitet werden, die Überspannung wird also im Ernstfall in die Erde geleitet. Man ist davon eher abegkommen, auch wenn sich die Gemüter hier wohl immer noch streiten, es sollen nur bei exponierten Lagen Blitzableiter eingebaut werden, da macht das auch Sinn. Exponierte Lagen sind freistehende Häuser ohne Bäume mitten in der Landschaft oder Turmhäuser auf Bergkuppen (Wasserturm oder ähnlich).

Richtfest

Zu guter Letzt darf beim Thema Hausdach eines nicht fehlen: Das Richtfest. Es ist guter Brauch, dass nach Aufbringen des Dachstuhls der Bauherr ein Richtfest ausrichtet. Es soll nach alter Sitte Glück und Gesundheit für das neu errichtete Gebäude bringen. Für die am Bau beschäftigten bringt es zunächst einen "Etappensieg" ist doch der Rohbau mit dem Dachgebälk beendet. Hierzu wird eine kleine Fichte am obersten Punkt des Firstes angebracht, meistens begleitet von verschiedenen Fahnen. Beim Richtfest stellen sich die am Bau Beteiligten auf den Dachstuhl (Auftragnehmer, Architekt und Bauherr). Alle halten dann eine mehr oder weniger gehaltvolle Rede, bis dann auf dem (Rohbau) Dach geprostet wird. Das geleerte Glas muss - auch das besagt der Brauch beim Richtfest - nach dem Prosit daran glauben, es fliegt unter Beifall nach hinten auf die Baustelle. Ich schlage meinen Bauherren bei dem Richtfest vor, Trinkgeld oder Geschenke zu verteilen.

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